Vor kurzem hatten wir eine Eigentümerversammlung unseres kleinen Reiheneinfamilienhausquartiers. Ich habe vor langer Zeit für eine Liegenschaftenverwaltung gearbeitet. Für die Verwalterin ist die Stockwerkeigentümerversammlung jedes Mal ein Albtraum gewesen. Eigentlich bin ich davon ausgegangen, dass unsere Versammlungen ebenso werden und habe mich beim Kauf des Hauses darauf eingestellt. Die Überraschung ist gross gewesen, als die Eigentümer sich als ganz gesittet und vernünftig herausgestellt haben. Sie sind aber auch schon lange beisammen gewesen und haben sich zusammengelebt. Aber Leute ziehen weg und Häuser werden verkauft. Es ziehen neue Eigentümer ein. Die Gruppendynamik lässt grüssen.

Wir haben eindeutig zu wenig Garageneinstellplätze. Zu unserem Haus haben zum Glück zwei gehört. Schon damals habe ich gewusst, dass nur mit einem Platz der Hauskauf gar nicht in Frage kommt. Mit jedem neuen Käufer kommt aber das Thema wieder hoch. Können wir nicht die Besucherparkplätze in Mietparkplätze umwandeln? Mit jedem neuen Hausverkauf dieselbe Litanei.

Es fehlt nicht nur an Einstellplätzen für Autos, es fehlt auch an Plätzen für Motorräder. Deshalb werden diese abgestellt, wo sie nicht stören. Mir grundsätzlich egal. Wenn ich eines umfahre: Pech für das Motorrad. Aber mit jedem neuen Käufer kommt auch hier dasselbe Thema: „Wenn die dort stehen, dann müssen die einen Beitrag an die allgemeinen Garagenkosten leisten. Schliesslich habe ich keinen Töff und trotzdem Kosten für meinen Parkplatz. Und dann steht da noch ein Anhänger. Der muss auch bezahlen. Und dann besetzen noch immer welche den Besucherparkplatz. Die parkieren da fast ständig. Die dürfen das nicht. Ich darf schliesslich auch nicht.“

What the hell! Ich sitze dann jeweils da und überlege mir, was da bei mir abgeht. Bisher hat es mich nicht gekratzt. Ich habe mir noch nicht mal Gedanken darüber gemacht, ob die jetzt mit ihren Töffs einen Vorteil haben oder nicht. Aber da wird er gesetzt, der kleine Same der Missgunst: „Der hat mehr als ich. Ich habe weniger. Das darf nicht sein. Ist das gerecht?“

Und ich spüre, wie ich unzufrieden werde. Wie sich in mir alles auf unangnehme Weise zusammenzieht. Und das nervt noch viel mehr. Denn Missgunst hilft mir nicht. Missgunst macht mich unzufrieden und damit unglücklich.

Wie sieht es bei dir aus? Bist du manchmal auch missgünstig, wenn jemand Erfolg hat? Wenn jemand vermeintlich mehr hat als du? Oder grenzt du dich erfolgreich ab und bist zufrieden mit dem, was du hast?

Missgunst löst Stress aus.
Missgunst löst negative Gefühle in dir aus, die nicht nötig wären. Dies führt zu Stress.
Das Ding mit der „Missgunst“
Markiert in:         

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.