Manchmal ist Scheisse eben Scheisse – und das ist okay

Der Anruf, der alles ins Rollen brachte

Vor zwei Wochen rief mich eine Arbeitskollegin an und fragte, wie es mir ginge. Normalerweise: alles gut. Aber an diesem Tag? Der Zapfen war ab. Die Kacke am Dampfen. Ich war auf 180. Und das klang am Telefon dann so: „Das ist einfach Arsch und Scheisse.“ (Ja, einer meiner Lieblingskraftausdrücke.)

Wir waren am Telefon. Ich konnte ihren offenen Mund nur erahnen. Dann kam ihre Antwort: „Wir sind doch beim Thema positive Psychologie. Kannst du das auch positiv formulieren?“ Jetzt war ich dran, den Kiefer wieder hochzuklappen. Meine Antwort: „Nein, verdammt! Manchmal ist Scheisse eben einfach Scheisse. Das kann ich nicht schönreden.“

Muss wirklich alles positiv sein?

Leben wir in einer Welt, in der man alles weichzeichnen muss? In der man die Dinge nicht mehr beim Namen nennen darf? Ich bin grundsätzlich positiv. Wenn ich in der dampfenden Kacke sitze, suche ich nach Lösungen – alleine oder mit Unterstützung. Aber: Der Haufen bleibt ein Haufen. Kein brauner Schoko-Pudding, den man genüsslich auslöffelt.

Ich bin auch die, die versucht, dem Mist etwas Gutes abzugewinnen. Aber ich finde es völlig okay, wenn man zwischendurch Dampf ablässt. Wenn man das Kind beim Namen nennt. Wenn man sagt: „Das nervt. Das tut weh. Das ist gerade einfach Scheisse.“

Positiv sein heißt nicht: alles schönreden

Positive Psychologie ist kein Zuckerguss fürs Leben. Sie ist ein Werkzeug, um mit dem Leben klarzukommen – auch mit dem Mist. Ehrlichkeit ist Teil davon. Authentizität sowieso. Und manchmal ist der erste Schritt zur Lösung: Laut aussprechen, wie beschissen es gerade ist.

Und du?

Wie siehst du das? Muss wirklich immer die Schokoladenseite ins Licht? Oder darf’s auch mal der ungeschönte Haufen sein – mit Humor, Klartext und einem tiefen Atemzug?

Ich bin neugierig. Schreib mir. Oder komm vorbei – wir reden drüber. Mit Herz, Humor und einem offenen Ohr. 

Manchmal ist Scheisse eben Scheisse – und das ist okay