Angst als irrationale Reaktion, obwohl keine lebensbedrohliche Situation besteht.
Manchmal ist die Situation nicht lebensbedrohlich und löst trotzdem in uns furchtbare Angst aus.

Angst ist eine Emotion, die wir schon seit Anbeginn mit uns rumtragen. Eigentlich eine gute Sache, denn sie hat die Aufgabe, uns vor Gefahren und möglicherweise dem Tod zu schützen. Nicht immer ist aber Angst hilfreich. Denn es gibt Situationen, die scheinen zwar bedrohlich, sind es aber nur im weitesten Sinne.

Ich bin in etwas involviert worden, das mich nur im Entferntesten etwas angeht. Aber es geht mich eben doch etwas an, weil es mich berührt und weil es meine Werte tangiert. Der Aufforderung „halt dich da raus“ kann ich in diesem Fall nicht Folge leisten. In der Aufforderung „halt dich da raus“ schwingt auch ganz klar Angst mit. Angst vor möglichen Konsequenzen, die eintreten können oder nicht. Aber auf keinen Fall wird das Einmischen die Konsequenz „Tod“ für mich haben.

Was passiert im Gehirn in diesem Moment? Die Amygdala (Mandelkern) feuert stark. Doch bevor sie feuert, schickt der Thalamus (Tor zum Bewusstsein) „Angst-an“ Neurone an den kleinen Zellverbund der Amygdala. Sobald diese aktiviert sind, geht die Information an den Kern der Amygdala und die wiederum aktiviert die defensiven Programme im Körper: Herzrasen, Starrvorschrecksein, Ausschütten von Adrenalin etc.

Es wird aber nicht nur die Amydala informiert, sondern auch der Hirnstamm und die Grosshirnrinde. Der Hirnstamm löst dann unsere automatischen Reaktionen aus wie Erstarren, Flucht oder Angriff. Die Grosshirnrinde lässt uns die emotionale Angst erleben.

Der Weg vom Thalamus an die Amygdala ist super schnell. Das bekommen wir gar nicht mit. Und weil er so schnell ist, ist er fehleranfällig. Manchmal erschrecken wir uns vor uns selbst – ok, vor unserem Schatten oder was auch immer. Wir müssen also schnellstmöglich erkennen, ob unser Verhalten angepasst ist. Diese bewusste Route führt vom Thalamus in den Cortex und dann in den Hippocampus. Der Cortex, genauer der Neocortex hilft uns, die möglichen Bedrohungen zu analysieren. Der Hippocampus wiederum bringt Erinnerungen an bereits erlebte Situationen ins Spiel. Diese Areale helfen uns also, wenn nötig Ruhe zu bewahren. Nur eben auf einem viel langsameren Weg.

Also eigentlich ist das ja ein ganz tolles System. Wenn aber die Angst im limbischen Teil des Hirns bereits aktiv ist, ist der denkende Teil blockiert. Wir reagieren sozusagen kopflos. Um denkend zu reagieren müssen wir Willenskraft einsetzen. Das geht nicht mehr automatisch.

Nun zurück zu meinem „halt dich da raus“. Im ersten Moment bin ich blockiert. Ich will nichts unternehmen, weil eben „halt dich da raus“ und Angst vor dem, was da kommen mag. Wenn ich aber willentlich analysiere, was die tiefere Ursache für meine Angst ist, kann ich ins Handeln kommen. Dann halte ich mich nämlich nicht mehr raus, dann handle ich nach meinen Werten. Denn sogar für das schlimmstmögliche Szenario habe ich eine Lösung erarbeitet.

Was mein schlimmstmögliches Szenario gewesen ist? Das verrat ich dir bei einem Kaffee. 😉

Wie steht es mit dir? Hast du die Angst im Griff oder sie dich? Oder ist es in etwa ausgeglichen?

Das Ding mit der „Angst“
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